Das Liedermaching Fanzine schreibt über die Schreihals CD “...und trotzdem ist es Musik!”

Tilo Schnabel besser bekannt als „Der Schreihals“ setzt endlich nach seinem Demo „Zwischen Nacktbildern und Damenslips…“ zum ersten Liederalbum Sprung an. Er hat sich musikalisch mehr auf die sächsische Punk Lieder Schiene festgelegt, weshalb textlich wie musikalisch einfacher zu Werke gegangen wird. Was aber in keinster Weise den sächsisch – spritzigen Humor & Ironie schmälert. Immerhin sind die Inhalte der 16 Stücke Themenbreit gefächert. Ob als Held von Harz 4, der Frisursong, dem richtigen Aschlochlied, oder Missverständnisse beim Einkaufen gehen. Es lässt sich nicht der eine oder andere Schmunzler unterdrücken.

Ganz ausgefallene Stücke sind dann : „Stimmen im Kopf“, „Ost - West Konflikt“, „Manche haben Glück und ich habe dich“ und „Ich bin Jesus“. Diese Lieder treiben das Leben unterhaltsam auf die Spitze, was für den gewissen Unterhaltungsfunken der Scheibe. Hier hatten „der Herr Specktacoolär“ und die „Unkraut Liedermacher“ gelungen ihre Hand mit im Spiel. Hoffnungsvoller guter Liederscheibeneinstand.

Venue Musik schreibt über die CD “...und trotzdem ist es Musik!”

Der Schreihals wirft nach einer Demo-CD sein zweites Album in die Manege. “...und trotzdem ist es Musik heißt das gute Stück und Tilo Schnabel macht seinem Pseudonym hier alle Ehre. Gewagte und auffällig andere Liedermacheringkost, aber eben trotzdem Musik.

Eins vorneweg: Der Schreihals wird nicht jedem gefallen. Er ist €“ freundlich ausgedrückt“ ein mittelprächtiger Sänger und liefert keine tiefgründigen Balladen zu Schmuseklängen und Wohlfühlmusik. Ganz im Gegenteil sogar: Der Schreihals ist, wie erwähnt, laut und hat dazu eine sehr individuelle Stimme. Und damit weiß er, wie der Titel des Albums zeigt ,geschickt zu kokettieren. Tilo Schnabel hat er einen eigenen Stil, den man sonst im Liedermachinguniversum nicht findet. Und das ist schon mal aller Ehren wert.

Der Schreihals heißt bürgerlich Tilo Schnabel, ist Jahrgang 1977, gebürtiger Sachse, hat die “Goldene Säge” des 16. Osnabrücker Straßenmusikfests für den schrillsten und skurrilsten Sound gewonnen, versteht sich als Anarcho-Liedermacher (was er auch zweifelsohne ist!) und singt so ziemlich über alles, über was man so singen kann.

Auf “...und trotzdem ist es Musik” sind das Michael Ballack, Jesus, Differenzen in Folge der Wiedervereinigung, Telefonsex, Hartz IV und und und. Der Schreihals setzt immer wieder gelungene Pointen und den Spaß, den er dabei selbst an seiner Musik hat, ist geradezu spürbar. Unterstützt wird er auf der CD unter anderem vom  Liedermaching-Duo Unkraut Liedermacher und dem Herrn Spektacoolär. Wer mal etwas ganz anderes, neues hören möchte, sollte sich den Schreihals in jedem Fall mal anhören.

Punkrocknews.de schreibt zur CD “...und trotzdem ist es Musik!”

Heute möchte ich nun endlich mal ein bisschen was zu einem Album schreiben, das schon eine Weile bei mir herum liegt. Es handelt sich hier um die CD "...und trotzdem ist es Musik!" des Liedermachers Der Schreihals.

Schon lange habe ich vor dazu etwas zu schreiben, aber irgendwie habe ich immer wieder einen Bogen drum herum gemacht. Beim erneuten Hören wurde mir auch wieder bewusst, wieso das so war. Liedermacher-Musik mag ich meistens sehr und auch sonst bin ich für vieles offen, aber Der Schreihals ist wirklich eine Sache für sich. Allein das Titelbild der CD zeigt schon, dass man hier auf alles gefasst sein muss. Beruhigend ist aber, dass man schnell merkt, dass sich Der Schreihals selbst nicht allzu ernst nimmt. Denn musikalisch hat er nicht sonderlich viel zu bieten, die Stimme und der Gesang sind auch grenzwertig, ebenso die Aufmachung des Tonträgers, die im Grunde gar nicht vorhanden ist (Die CD ist Grün mit weißen Aufdruck, die Rückseite des Titelblattes wurde mit der Trackliste bedruckt, sowie ein paar Daten und Grüße, auf der Rückseite der Hülle findet man noch mal die Trackliste, sowie ein Foto des Künstlers während eines Auftrittes. Das untere Drittel des Bildes wird von Regenschirmen geschmückt, da es an dem Tag scheinbar geregnet hat). Die Texte sind teilweise ganz witzig, jedoch muss man dafür ein hartgesottener Hörer sein, denn sonst kriegt man schnell Aggressionszustände, bei Reimen wie "Wenn Dein Vater Dich verleugnet und sagt er hätte Dich nicht gezeugnet" oder "Das ist sicher so ne Nummer, wo die Rechnung macht dann Kummer".

Ich muss aber sagen, dass das Gesamtpaket schon irgendwie Spaß macht. Der Schreihals hat ohne Zweifel selbst viel Spaß an dem was er macht und das hört man auch. Die vorhandenen Mängel kann man auch wieder als Vorteil werten, nach dem Motto "so schlecht, dass es schon wieder gut ist". Ich habe mich jedenfalls gut unterhalten gefühlt und konnte die Lieder auch mehrfach hören, ohne gleich aus dem Fenster springen zu wollen. Zu oft ging es dann aber doch nicht, weil die Musik dann doch irgendwann auf die Nerven gehen kann.

Die 16 Tracks bieten eine große thematische Bandbreite von Michael Ballack über Hartz IV bis hin zum Einkaufen gehen, virtuelle Kontaktbörsen oder der Verdacht man sei Jesus. Wie man sich schon denken kann sind die Texte oftmals ironisch gemeint und erinnern schon fast ein wenig an die Grundaussagen diverser Lieder der Abstürzenden Brieftauben.
Wer also auf abgedrehte Künstler steht und auch nichts gegen Liedermacher hat, könnte Gefallen an Der Schreihals finden. Alle anderen sollten sich erst einmal ein paar Hörproben gönnen.

Ann vom Open Mic in Bonn schreibt zum Auftritt vom 13.01.08

Der Schreihals, der seit seiner ersten Darbietung beim Openmic vor einem Jahr zig Konzerte absolviert und das Ende einer Beziehung (Verarbeitet hat er das - natürlich - in einem Lied) erlebt hat, zeigte souverän und sympathisch, wie man einen Gig so gestaltet als alter Profi. Der Liedermaching, der stets bereit gewesen ist, die eigene Virtuosität als Opfer auf dem Altar des Humors darzubringen, überraschte gerade durch die Fortschritte, die er im musikalischen Bereich gemacht hat. Seine Pointen sitzen inzwischen auch so perfekt, daß sie unabhängig vom Thema (Rache an der Ex, Jesus etc.) jeden, vom uralten Greis bis zum jungen Mädchen, zum Lachen bringen können.

Das Liedermaching-Fanzine schreibt in Ausgabe Juni 07 über die Demo-Cd “Zwischen Nacktbildern...”

Der Name ließ mich ja schon schlimmes vermuten, Liedermachergesang mit Schrei-Attacken oder so! Doch glücklicher Weise kommt es anders.

In fröhlich Ostdeutschem Dialekt bekommen wir eine originelle, inforeiche Ansage mit 3 weiteren Intros und 14 weiteren Liedern, so wie 2 Bonusbeiträgen.

Eine ganz witzige Liedersammlung aus Alltagsbanalitäten, oder fröhlich trauriger Stimmungsschwankungen. So Lieder wie “Damenslip”, “Frauenparkplatz”, “Wie ich wieder Pleite war” oder “Nacktbilder”, sind jetzt schon so etwas wie kleine Hits.

Kein schlechter Einstand der Bock auf mehr macht. Da kann man schon einmal darüber hinwegsehen, das der Sound halt nicht so dolle ist, weil er das Scheibchen halt kopiert hat.

Tim vom OpenMic Bonn schreibt über den Auftritt vom 14.05.07

Jetzt war “Der Schreihals” persönlich an der Reihe und wer ihn bereits einmal gehört hatte, der wusste nicht nur, dass die Frauen in Meerbusch eben NICHT mehr Busch haben, sondern auch, dass hier wieder Etwas der anderen Art auf das Tiferet und seine Zuhörer zukam.

Doch der Schreihals hatte sich heute besonnen und forderte in seinem ersten –nur leicht Frauenfeindlichen- Stück Männerparkplätze zum Beispiel vor Kneipen. Wenn der Schreihals auftritt, dann gibt es immer etwas zu lachen. Seine Stimme ist nicht perfekt, aber danach fragt schon längst keiner mehr, denn viel mehr zählt für ihn der Text, und in der Tat: Es darf sogar gelacht werden! Der Schluss seines zweiten Songs rundete seine Feststellung ab, nun (mit bald 30) endgültig alt zu werden ab, als er verkündete: „30, 30, 30, Scheisse...“ (Otto Walkes persönlich hätte diese Zeilen nicht besser bringen können) und sein voriger Aussetzer passte nur zu Thema und Text dieser Nummer.

In seinem Quoten-protest-Song forderte er den Saal mit den Worten auf: „Und jetzt singen alle, die heute schon Sex hatten.“, und gewann sein Publikum beinahe mit „Und jetzt singen alle, die heute noch Sex haben werden.“, ein Satz, der in einer anderen Umgebung und zu einer anderen Uhrzeit die Massen von ihren Stühlen reissen dürfte. Nachträgliche Zusprüche wie: „Bleib so, wie du bist.“, bestärkten den Schreihals in seiner außergewöhnlichen Darbietungsform des Liedermachings. Solange er dabei auch weiterhin über sich selbst lachen kann, ist das okay.

Tim vom OpenMic Bonn schreibt über den Auftritt vom 08.01.07

Mit den Worten „Passt schon“ eröffnete Liedermaching „Schreihals“ den Abend und legte mit seinem Lied über seine Freundin los. Seine Freundin sei seine rechte Hand, was so wohl niemand im Saal erwartet hatte und mit ihr, so sang er, habe er den besten Sex. Trotz seiner ausbaubedürftigen, eher monotonen Stimme: Schreihals brachte die Leute zum lachen, denn was er da von sich gab, war in seiner Deutlichkeit der Open-Mic bisher fremd gewesen; „die Frauen in Meerbusch heissen zum Beispiel nicht etwa so, weil sie dort „mehr Busch“ haben... .

Erst später verriet Mario mir, dass die Liedermachings als Abgrenzung zu traditionellen Liedermachern wie beschrieben verfahren, also immer raufhauen auf die Kacke, immer möglichst viel Titten und Ficken etc. einbauen und zum lachen animieren wollen. Leider hatten das so wohl die wenigsten, der schockierten Zuhörer begriffen.

Ich muss im Nachhinein sagen: Es war richtig witzig, dass es so unerwartet über uns kam. Bis Bald.